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Die Schützentaler und Schützenmedaillen der Schweiz

Die Schützentaler und Schützenmedaillen der Schweiz

Der Erfolgstitel geht in die zweite Auflage. Was heißt zweite Auflage? Es ist ein neues Buch, das durch eine Übersetzung ins Englische der Tatsache Rechnung trägt, dass Schützentaler weltweit mit Begeisterung gesammelt werden.

Ursula Kampmann von der MünzenWoche hat es sich angesehen.

Lörrach, 24. Mai 2018 – Dass die Schweiz und ihre Schützen ein ganz besonderes Verhältnis haben, zeigt schon die erste Seite der 2. Auflage des Erfolgstitels aus der Feder von Jürg Richter. Das erste von insgesamt fünf Vorwörtern schreibt nämlich Guy Parmelin, schweizerischer Bundesrat und zuständig für das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport. Wo man stolz ist auf sein Milizsystem, bei dem die Wehrpflichtigen in regelmäßigen Abständen ein Pflichtschießen absolvieren, spielt der Schießsport eine entscheidende Rolle für die Identität. Deshalb ist der Katalog von Jürg Richter über „Die Schützentaler und Schützenmedaillen der Schweiz“ nicht „nur“ ein reiner Münzkatalog. Er ist ein Ausflug in das Schweizerische Selbstverständnis, eine numismatische Anmerkung zur „bewaffneten Neutralität“ à la Suisse.

Viele Leser werden die erste Auflage des Buches kennen. Es handelt sich um einen Katalog aller Medaillen, die im Rahmen von Schützenfesten als Auszeichnungen oder Erinnerungen geprägt wurden. Aber Achtung: Es geht nicht um Medaillen, auf denen ein Schütze abgebildet ist. Schulprämien, Medaillen zu Festen des Grütlivereins, von Militärveteranenvereinen, Unteroffiziersmedaillen und ähnliches wurden ganz bewusst weggelassen.

Jede einzelne Schützenmedaille ist abgebildet, das Jahr der Prägung, der Ort des Schießens und der genaue Anlass angegeben. Geordnet sind die Prägungen nach Kantonen, innerhalb der Kantone chronologisch. Vom ersten bis zum letzten Stück wird eine durchlaufende Nummerierung vergeben. Zu den Nummern existieren Unternummern (a, b, c), die unterschiedliche Metalle bzw. Durchmesser auflisten. Für jede Unternummer sind zwei Preise für „sehr schön bis vorzüglich“ bzw. „FDC“ angegeben.

Soweit so gut. Das Prinzip ist für die 2. Auflage geblieben, aber dazu kamen mehrere hundert neue Medaillen als A-Nummern. Außerdem wurden erstmals die wichtigsten und häufigsten Kranzabzeichen mit aufgenommen. Für alle Nicht-Schweizer: Kranzabzeichen erhält jeder Teilnehmer eines Schießens ab einer gewissen Punktezahl. Erst nach dieser Vorausscheidung findet der eigentliche Wettbewerb zwischen den Besten statt.
Außerdem hat Jürg Richter, der alle Fotos für sein Buch selbst gemacht hat, die vorhandenen Fotos verbessert, sobald er irgendwo ein neues, besser erhaltenes Stück gefunden hat.

Und er hat der Tatsache Rechnung getragen, dass Schützenmedaillen sehr gerne in der englischsprachigen Welt, vor allem in den USA gesammelt werden. Deshalb ist die Einleitung durchgehend ins Englische übersetzt. Der Katalog enthält in komplizierteren Fällen - zum Beispiel bei den Anmerkungen - ebenfalls englische Übersetzungen.

Eine weitere Neuerung, und das gilt wohl für die ganze numismatische Literatur im Allgemeinen ist, dass bei den als häufig eingestuften Stücken eine Angabe zur Marktverfügbarkeit hinzugefügt ist. Es zeigt sich, dass sog. häufige Schützenmedaillen in manchen Fällen doch recht selten sein können.

Ein 47(!) Seiten umfassender Index erschließt das schwergewichtige Buch. Deren Druck ist so klein, dass man sehr gute Augen (oder eine Lupe) braucht, um den Index zu konsultieren. Gut, dass die Lupe zur Grundausstattung eines Numismatikers gehört.

Wollen wir hoffen, dass dieser Katalog auch in den Vereinigten Staaten die Aufmerksamkeit erhält, die er verdient. Denn die Kenntnis der Hintergründe zu den Schweizer Schützenmedaillen scheint manches zu wünschen übrig zu lassen. So lässt es sich der Autor nicht nehmen, einen Wunsch seinerseits zu nennen bzw. seine Verärgerung über eine unsinnige Praxis beim Grading von Schützenmedaillen zum Ausdruck zu bringen: „In jüngster Zeit werden Schweizer Schützenmedaillen sehr oft durch die beiden amerikanischen Grading-Firmen PCGS und NGC beurteilt. Da diese Firmen Münzen und Medaillen mit Henkelspuren grundsätzlich nicht beurteilen, muss hier in aller Deutlichkeit erwähnt werden, dass bei Schützenmedaillen der Schweiz Henkelspuren absolut normal sind und, im Sinne einer Ausnahme, auch von PCGS und NGC beurteilt werden sollten. Dies gilt ebenfalls für die wenigen original gelochten Medaillen (Typ D). Als Referenz, welche Medaillen original gelocht wurden, gilt der vorliegende Katalog. Analog zu den Schützenmedaillen mit Henkelspuren sollten auch diese original gelochten Medaillen von PCGS und NGC beurteilt werden.“

Dies scheint vernünftig und sinnvoll. Der neue Katalog von Jürg Richter ist der schlagende Beweis, dass der Autor im Moment die bestinformierte Autorität in Sachen Schweizer Schützenmedaillen ist. Und auf echte Autoritäten sollte man hören, vor allem wenn man selbst den Anspruch erhebt, eine zu sein.

Bestellen können Sie dieses Buch im Gietl-Verlag: http://www.gietl-verlag.de/die-schuetzentaler-und-schuetzenmedaillen-der-schweiz/buchdetail/794/0/0/2.html